Heutiges Kielce

Die Stadt liegt auf dem Mittelkleinpolnischen Hochland am Rande der Heilig-Kreuz-Berge. Der uberwiegende Teil von Kielce nimmt einen Talkessel ein, dessen Rander durch die Gebirgszuge Maslowskie und Dyminskie sowie zahlreiche Erhebungen von 260-408 m u.M. gekennzeichnet sind. Durch die Stadt fliesst die Silnica, ein linker Zufluss der Bobrza. Das heutige, fast 250.000 Einwohner zahlende Kielce, erinnert nur in geringem Ausmasse an die Stadt mit 60.000 Einwohnern aus der Zeit zwischen den Weltkriegen oder an die Regionshauptstadt aus den 50er und 60er Jahren. Gegenwartig ist sie ein grosses Wirtschafts, Verwaltungs, Wissenschafts und Kulturzentrum, Hauptstadt einer der 16 Wojewodschaften in Polen. Im wirtschaftlichen Bereich dominiert hier die Elktromaschinen, Bau und Buastoffindustrie, gut vertreten sind aber auch andere Industriezweige. Zu den grossten, sowohl in Polen als auch auf der Welt bekannten Betrieben, gehort "EXBUD" AG, eine der grossten Privatfirmen in Mittelosteuropa, die ein eigenes grosses "Business Center" in Kielce besitzt. Eine schone Tradition hat die Walzlagerfabrik "NSK-ISKRA" AG, die ausser Lagern auch als einziger Betrieb in Polen Vorgluh und Zundkerzen herstellt. Die Tradition der ehemaligen Ludwik-Hutte fuhrt gegen-wartig die Spezialkraftwagenfabrik "POLMO-SHL" weiter. Sehr gut wird mit den Bedingungen der freien Marktwirtschaft der Betrieb fur Chemische Anlagen und Industriearmaturen "CHEMAR" AG fertig. Exporteur vieler in Europa gesuchter Produkte. "David Smith" AG - das ist der ehemalige Kielcer Papiererzeugnissebetrieb, der im ganzen Land u.a. fur die Herstellung von Pappverpackungen bekannt ist. Altester Industriebetrieb in der Stadt ist die Kielcer Pumpenfabrik "Bialogon", die auf eine tradition bis zur Kupferhutte "Alexandra" aus dem Jahre 1817 verweisen kann. Unter den zahlreichen Baubetrieben sollte man den Industriebaubetrieb "KPBP-BICK" AG, den Kielcer Stadtebaubetrieb "KPBM-Kielce" GmbH, MITEX-Bud und die Firma "Piasecki" erwahnen.

Insgesamt wirken in der Stadt uber 10.000 Wirtschaftsunternehmen und die grossten Arbeitgeber sind die Industrie, Bauwesen, handel, kommunale Wirtschaft, Wohnungsbau sowie Transportwesen. In Kielce gibt es fast 25 Banken. Ausgezeichnet entwickeln sich Handel, Dienstleistungen und Handwerk. Eine uberragende Rolle in den nutzbringen-den, wirtschaftlichen Umwalzungen erfullt das im Jahre 1992 entstandene Messezentrum Kielce, eine Gesellschaft mit uberwie-gendem Anteilen der Stadt selbst. Bereits heute ist diese Messe in Beziehung auf ihre offene und uberdachte Flache nach Posen das zweitgrosste Messe und Ausstellungszentrum und in der Rangliste in Polen von der Bedeutung her an funfter Stelle.

Das gegenwartige Kielce ist ebenfalls ein bedeutendes akademisches Zentrum mit mehreren Hochschulen. Die grosste unter ihnen, die Padagogische Hochschule, bietet Studienrichtungen an humanistischen, mathematisch-naturwissenschaftlichen, padagogischen, Verwaltungslehre und Managementfakultaten an. Nach einer Rangliste der Wochenzeitschrift "WPROST" nimmt die PH in Kielce den ersten Platz unter den padagogischen Hochschulen ein. Die hervorragend ausgestattete Technische Universitat "Heilig Kreuz" bildet Studenten an folgenden Fakultaten aus: Hochbau, Mechanik, Elektromechanik und Automatik. Das seit 1726 wirkende Hohere Priesterseminar bildet Priester in philosophisch-teologischer Richtung aus. Die Handelshochschule und Oekonomische-Verwaltunghochschule vergeben einen Abschluss auf dem Gebiet der Wirtschaftsverwaltung, Banken und Marketing, die Versicherungshochschule bildet zukunftige Mitarbeiter von Versicherungsgesellschaften und Banken aus und die Heilig-Kreuz-Volkshochschule verlassen Mitarbeiter des staatlichen Verwaltung und der Selbstverwaltung.

In Kielce gibt es 11 allgemeinbildende Oberschulen, 16 Berufsschulkomplexe (specialisiert auf Wirtschaftslehre, Mechanik, Bauwesen, Chemie, Elektrik und Medizin), eine der grossten Fachschule in Polen fur bildende Kunste mit den Fachbereichen Bildhauerei, Webekunst, Keramik und andere, sowie einen zweistufigen Musikschulkomplex. Von der Selbstverwaltung werden 35 Grund und Vorschulen betrieben.

Das Kulturleben der Stadt wirkt sich sowohl regional wie uberregional und international aus. Seit uber 20 Jahren findet hier im Sommer ein gesamt-polnisches Pfadfinderfestival der Schuljugend statt (u.a. im herrlichen Amphitheater am Kadzielnia). Ein zahlreiches Publikum findet sich auf den Festivals fur Countrymusik, Kinder und Jugendemsembles, Orgel und Kammermusik, "Jeunesses Musicales", Filmfestivals zu Gesundheitsschutz, zahlreichen Kunstveranstaltungen, Ausstellungen, Festen und Konzerten ein.

Zu den wichtigsten Kultureinrichtungen gehort das Nationalmuseum, das u.a. einen unter Denkmalschutz stehenden Palast aus der Mitte des 17 Jahrhunderts einnimmt, in dem Inneneinrichtungen mit Gemalden, Mobeln, Wandteppichen und Kunstgewerbeerzeugnissen des 17/18 Jh. ausgestellt sind sowie eine hervorragende Galerie der polnischen Malerei zu sehen ist. Einer Besichtigung wert sind auch das Museum der Schuljahre von Stefan Zeromski, das einzige Spielzeugmuseum Polens und ein Museum mit geologischen Sammlungen. Das staatliche Stefan Zeromski Theater, das Schaupieler und Puppentheater "KUBUS", die Kielcer Oskar Kolberg-Philharmonie, das riesige und moderne Kielcer Kulturzentrum, das Kulturhaus der Wojewodschaft, das Kunstausstellungsburo mit der Galerie "Piwnice", das Haus der Schopfenden Kreise, die Offentliche Wojewodschaftsbibliothek mit zahlreichen Sammlungen an altern Drucken, eine Galerie fur Kunstfotografie, Kinos (mit Dolby Digital Surround Sound) - all dies bietet ein reiches Repertuar an Vorstellungen, Konzerten und Ausstellungen.


Alle informationen aus dem Buch Kieleckie 2000 "Auf dem Weg in die Zukunf"